Steuernews Oktober 2020

Corona-Kurzarbeit ab 1.10.2020

Die 3. Phase der Kurzarbeit kann für den Zeitraum von 1.10.2020 bis 31.3.2021 beantragt werden.

Die Anträge können voraussichtlich ab 2.10.2020 ausschließlich über das e-AMS-Konto eingebracht werden. Eine rückwirkende Einbringung ist derzeit bis zu einem Monat ab der ersten Möglichkeit der Einbringung durch das AMS vorgesehen.

Die Sozialpartnervereinbarung für die 3. Phase kann sowohl auf der Homepage des AMS als auch der WKO abgerufen werden.

In der Phase 3 der Kurzarbeit muss eine Mindestarbeitszeit von 30 % (anstelle von bisher 10 %) und eine Höchstarbeitszeit von 80 % (anstelle von bisher 90 %) von den Arbeitnehmern erbracht werden. Der Durchrechnungszeitraum beträgt 6 Monate. In Sonderfällen kann die Mindestarbeitszeit von 30 % mit Zustimmung der Sozialpartner unterschritten werden (z.B. Stadthotellerie). Ist eine Unterschreitung der Mindestarbeitszeit von 30 % geplant, so muss die Beilage 2 der Sozialpartnervereinbarung befüllt und von den Sozialpartnern genehmigt werden.

Der Arbeitgeber muss sich bemühen, dass der Arbeitnehmer während der 3. Phase zumindest eine Woche des laufenden Urlaubes verbraucht. Eine Verpflichtung besteht wie bereits in den ersten Phasen allerdings nicht. Es reicht der Nachweis des ernstlichen Bemühens.

Die Arbeitnehmer erhalten auch in der 3. Phase der Kurzarbeit weiterhin 80/85/90 % des Nettolohnes vor Kurzarbeit. Für die genaue Abrechnung der Mitarbeiter gilt auch weiterhin der Leitfaden zur COVID-19 Kurzarbeit für die Personalverrechnung des Bundesministeriums für Arbeit, Familie und Jugend vom 29. Juli 2020.

Lohnerhöhungen (KV-Erhöhungen, Biennalsprünge) werden künftig bei der Berechnung des Entgelts während Kurzarbeit berücksichtigt. Es kommt auch in Phase 3 zu keiner Entgeltdurchrechnung, sondern es ist eine monatsgenaue Abrechnung der Arbeitsentgelte vorzunehmen.

Das AMS ersetzt dem Arbeitgeber die Kosten für die entfallenen Stunden des Mitarbeiters samt Lohnnebenkosten und Krankenstände in Form der sog. Kurzarbeitsbeihilfe.
Die Behaltefrist nach der Kurzarbeit beträgt weiterhin mindestens einen Monat nach Kurzarbeitsende.

Die ausgefallenen Arbeitsstunden können künftig für Weiterbildungen genutzt werden. Die Weiterbildungskosten werden vom AMS gefördert.

Lehrlingen können weiterhin in die Kurzarbeit einbezogen werden, wenn die Ausbildung sichergestellt ist. 50 % der Ausfallzeit sind für Weiterbildungsmaßnahmen zu nutzen. Eine Förderung der Weiterbildungskosten soll vorgesehen werden.

Das bisherige Genehmigungsverfahren durch das AMS bleibt unverändert. Die wirtschaftliche Begründung muss erklärt werden. Dafür ist die Beilage 1 der Sozialpartnervereinbarung zu verwenden. Sobald mehr als 5 Arbeitnehmer von der Kurzarbeit betroffen sind, muss diese Beilage 1 von einem Steuerberater/Wirtschaftstreuhänder oder Bilanzbuchhalter entsprechend bestätigt werden.

Natürlich halten wir Sie über alle weiteren Änderungen und Regelungen im Bereich der Corona-Kurzarbeit auf dem Laufenden.

Sonderbetreuungszeit

Die ursprünglich bis zum 31.5.2020 befristete Möglichkeit der Sonderbetreuungszeit wurde bis zum 30.9.2020 verlängert. Arbeitnehmer können im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber im Sommer 2020 maximal weitere drei Wochen Sonderbetreuungszeit für minderjährige Kinder bis 14 Jahre bzw. für Personen, die Ausfall einer Betreuungskraft im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung eine Pflege übernehmen, vereinbaren. Die Voraussetzung für die Vereinbarung ist die Notwendigkeit der Betreuung, z.B. wegen Schließung von Schulen oder Kinderbetreuungseinrichtungen. Wie auch schon bisher kann die Sonderbetreuungszeit auch tage- oder halbtageweise vereinbart werden.

Unverändert besteht weiterhin bei Vorliegen aller Voraussetzungen ein Vergütungsanspruch des Arbeitgebers in Höhe eines Drittels des fortgezahlten Entgelts, welcher bei der Buchhaltungsagentur des Bundes spätestens bis zum 31.10.2020 geltend gemacht werden muss.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt
Mag. Claudia Biegl
E: c.biegl@unitas-solidaris.at
T: +43 1 513 4602-23

Disclaimer
Die Informationen in diesem Dokument sind mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt worden. Sie sind allgemeiner Natur und können eine Beratung im Einzelfall nicht ersetzen.
Die Unitas-Solidaris Wirtschaftstreuhandgesellschaft mbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Eine wie immer geartete Haftung oder Gewährleistung ist ausgeschlossen.

Veröffentlicht am