Steuertipps und Steuerpflichten zum Jahresende 2019

Steueroptimierung durch Vermögenszuordnung

Aufgrund der in den letzten Jahren erweiterten Steuerpflicht von Kapitaleinkünften und Einkünften aus Immobilienveräußerungen, sollte das Jahresende wieder zum Anlass genommen werden, um über eine steueroptimierte Vermögenszuordnung nachzudenken. Das einer Versorgungs- und Unterstützungseinrichtung einer KöR zweckgewidmete Vermögen kann sich sowohl auf Kapitalvermögen als auch auf Immobilien beziehen. Die Steuerbefreiung im Rahmen einer Versorgungseinrichtung umfasst neben der Kapitalertragsteuer auch die Immobilienertragsteuer. Die Widmung von Vermögen für Zwecke der Versorgungseinrichtung erfolgt formlos mittels Beschluss der Ordensleitung und Aufnahme in den Rechnungskreis der Versorgungseinrichtung. Für Kapitalveranlagungen bei Kreditinstituten ist darüber hinaus eine KESt-Befreiungserklärung abzugeben.

Spenden aus dem Betriebsvermögen

Spenden aus dem Betriebsvermögen an bestimmte im Gesetz genannte begünstigte Institutionen sind bis maximal 10% des Gewinns des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich absetzbar. Als Obergrenze gilt der Gewinn vor Berücksichtigung des Gewinnfreibetrags. Damit derartige Spenden noch im Jahr 2019 abgesetzt werden können, müssen sie bis spätestens 31.12.2019 geleistet werden.

Zusätzlich zu diesen Spenden sind als Betriebsausgaben auch Geld- und Sachspenden im Zusammenhang mit der Hilfestellung bei (nationalen und internationalen) Katastrophen (insbesondere bei Hochwasser-, Erdrutsch-, Vermurungs- und Lawinenschäden) absetzbar, und zwar betragsmäßig unbegrenzt! Voraussetzung ist, dass sie als Werbung entsprechend vermarktet werden (z.B. durch Erwähnung auf der Homepage oder in Werbeprospekten des Unternehmers).

Steuerlich absetzbar sind auch Sponsorbeiträge an diverse gemeinnützige, kulturelle, sportliche und ähnliche Institutionen (Oper, Museen, Sportvereine, etc.), wenn damit eine angemessene Gegenleistung in Form von Werbeleistungen verbunden ist. Bei derartigen Zahlungen handelt es sich dann nämlich nicht um Spenden, sondern um echten Werbeaufwand.

Gewinnfreibetrag

Der Gewinnfreibetrag steht allen natürlichen Personen unabhängig von der Gewinnermittlungsart zu und beträgt bis zu 13% des Gewinns, aber maximal EUR 45.350 pro Jahr. Für Gewinne bis EUR 175.000 steht ein Gewinnfreibetrag von 13% zu. Für Gewinne zwischen EUR 175.000 und EUR 350.000 können 7% und für Gewinne zwischen EUR 350.000 und 580.000 4,5% als Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden. Für Gewinne über EUR 580.000 gibt es keinen Gewinnfreibetrag.

Bis EUR 30.000 Gewinn steht der Gewinnfreibetrag von 13% jedem Steuerpflichtigen automatisch zu (sogenannter Grundfreibetrag EUR 3.900). Ist der Gewinn höher als EUR 30.000, so steht ein über den Grundfreibetrag hinausgehender (investitionsbedingter) Gewinnfreibetrag nur zu, wenn der Steuerpflichtige im betreffenden Jahr bestimmte Investitionen getätigt hat. Als Investitionen kommen abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren (zB Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, LKW, EDV, Gebäudeinvestitionen) in Frage.

Neben den erwähnten Sachanlagen können seit 01.01.2017 neben Wohnbauanleihen (oder Wandelschuldverschreibungen von Wohnbauaktiengesellschaften) auch wieder alle anderen Wertpapiere, welche zur Wertpapierdeckung einer Pensionsrückstellung zulässig sind, zur Deckung des Gewinnfreibetrags herangezogen werden. Diese Wertpapiere müssen ab dem Anschaffungszeitpunkt ebenfalls 4 Jahre als Anlagevermögen gewidmet werden.

Auch für selbständige Nebeneinkünfte (z.B. aus einem Werk- oder freien Dienstvertrag), Bezüge eines selbständig tätigen Gesellschafter-Geschäftsführers oder Aufsichtsrats- und Stiftungsvorstandsvergütungen steht der Gewinnfreibetrag zu.

Bei Inanspruchnahme einer Betriebsausgabenpauschalierung steht nur der Grundfreibetrag von EUR 3.900 zu; in diesem Fall kann durch Investitionen kein höherer Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden.

Registrierkassen – Erstellung des verpflichtenden Jahresbelegs

Vergessen Sie bitte nicht am Jahresende auf die Erstellung des Jahresbelegs für Ihre Registrierkasse. Der Jahresbeleg ist der Monatsbeleg Dezember. Wie bei jedem anderen Monatsbeleg handelt es sich dabei um einen Nullbeleg.

Arbeitnehmerveranlagung 2014 sowie Rückzahlung von zu Unrecht einbehaltener Lohnsteuer des Jahres 2014 beantragen

Grundsätzlich kann – sofern nicht die Pflicht zur Durchführung einer Arbeitnehmerveranlagung (z.B. aufgrund mehrerer Dienstverhältnisse) besteht – eine Arbeitnehmerveranlagung bis zu fünf Jahre später abgegeben werden. Die Frist für die Abgabe der Arbeitnehmerveranlagung für 2014 endet am 31.12.2019.

Im Rahmen einer Arbeitnehmerveranlagung können eine Vielzahl von Ausgaben steuerwirksam abgesetzt werden, welche der Arbeitgeber im Rahmen der Lohnverrechnung nicht berücksichtigen kann, z.B.:

Werbungskosten (z.B. Fortbildungskosten, …)
Sonderausgaben (z.B. Spenden, …)
außergewöhnliche Belastungen (z.B. Begräbniskosten, …)

Auch wenn keine zusätzlichen Ausgaben abgesetzt werden können, kann es vorteilhaft sein, eine Arbeitnehmerveranlagung durchzuführen, weil selbst für den Fall, dass aufgrund zu geringer Einkünfte keine Lohnsteuer abgeführt wurde, durch Gutschrift der sogenannten Negativsteuer Sozialversicherungsbeiträge rückerstattet werden können.

Rückerstattung von Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen bei Mehrfachversicherung letzmalig für das Kalenderjahr 2016

Bei jeder Pflichtversicherung besteht Beitragspflicht bis zu jeweiligen Höchstbeitragsgrundlage. Da hierbei in Summe die Höchstbeitragsgrundlagen überschritten werden können, kann nach dem ASVG, dem GSVG, dem B-KUVG und dem AlVG die Erstattung von Beiträgen beantragt werden. Grundsätzlich kann der Antrag bei jedem der beteiligten Versicherungsträger eingebracht werden.

Die Erstattung von Beiträgen ist möglich, wenn die Summe aller Beitragsgrundlagen zur Pflichtversicherung einschließlich der Sonderzahlungen auf Grund von Erwerbstätigkeiten in Summe das 35fache der täglichen Höchstbeitragsgrundlage (2016: EUR 5.670,00) für die im Kalenderjahr liegenden Monate der Pflichtversicherung im jeweiligen Beitragsjahr (2016: EUR 68.040,00) überschreitet.

Antragsfrist: Der Antrag auf Erstattung von Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen muss – bei sonstigem Ausschluss – bis zum Ablauf des dem Beitragsjahr drittfolgenden Kalenderjahres bei einem der beteiligten Krankenversicherungsträger einlangen.

Die rückerstatteten Sozialversicherungs- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge sind steuerpflichtig. Daher sind die Krankenversicherungsträger verpflichtet, über die im jeweiligen Kalenderjahr ausgezahlten Rückerstattungsbeträge einen Lohnzettel auszustellen und diesen an das zuständige Finanzamt zu übermitteln.

Wir stehen für Ihre Fragen gerne zur Verfügung.

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