Steuernews Dezember 2020

NPO Unterstützungsfonds

Beachten Sie bitte, dass Anträge auf Gewährung eines Zuschusses aus dem NPO Unterstützungsfonds nur mehr bis 31.12.2020 möglich sind.

Sofern Sie bereits einen Antrag bis 30.09.2020 gestellt haben, ist die Abrechnung verpflichtend bis zum 31.12.2020 zu legen! Anderweitig ist der bereits akontierte Zuschuss zur Gänze zurück zu zahlen!

Es wurde bereits angekündigt, dass auch für das 4. Quartal 2020 ein Zuschuss aus dem NPO Unterstützungsfonds gewährt werden soll. Die konkrete Ausgestaltung sowie der Zeitpunkt der Antragstellung sind noch nicht bekannt. Wir halten Sie auf dem Laufenden und werden Sie in einem unserer nächsten Newsletter am Jahresanfang dazu informieren.

Lockdown-Umsatzersatz Dezember

Der Lockdown-Umsatzersatz wird verlängert und adaptiert. Es soll für die weitere Schließung ab dem 7. Dezember ein Umsatzersatz in Höhe von 50% der Umsätze im Vergleichszeitraum des Vorjahres gewährt werden.
Eine Antragstellung soll ab dem 16.12.2020 bis zum 15.1.2021 möglich sein.

Die Aktualisierung der Richtlinie dazu ist noch ausständig.

COVID-19-Steuermaßnahmengesetz

Am 10. Dezember 2020 wurde das COVID-19-Steuermaßnahmengesetz beschlossen. Nachstehend bringen wir Ihnen wesentliche steuerliche Änderungen zur Kenntnis:

Degressive Abschreibung

Für die degressive Abschreibung wurde beschlossen, dass diese für vor dem 01.01.2022 angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgüter unabhängig vom Ansatz der unternehmensrechtlichen Abschreibung in Anspruch genommen werden kann.

Teilnahme an Betriebsveranstaltungen

Wir im Kalenderjahr 2020 der Freibetrag für die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen gemäß § 3 Abs 1 Z 14 EStG nicht zur Gänze ausgeschöpft, kann der Arbeitgeber im Zeitraum vom 01.11.2020 bis 31.01.2021 Gutscheine bis zu EUR 365,00 an seine Arbeitnehmer ausgeben. Diese stellen einen steuerfreien geldwerten Vorteil aus der Teilnahme an Betriebsveranstaltungen dar.

Verlängerung der abgabenrechtlichen Begünstigung für Ärzte

Die Bestimmung, dass die Erwerbstätigkeit für Ärzte, welche im Jahr 2020 während der COVID-19-Pandemie gemäß §36b Ärztegesetz 1988 tätig werden, nicht schädlich für die Abgabenbegünstigen bei Einstellung der beruflichen Tätigkeit ist, wird auf 2021 ausgeweitet.

Klarstellung zur steuerlichen Behandlung von COVID-bedingten Vergünstigungen

Steuerfrei sind seit dem 01.03.2020

  • Zuwendungen, die aus Mitteln des COVID-19-Krisenbewältigungsfonds
  • Zuschüsse aus dem Härtefallfonds
  • Zuschüsse aus dem Corona-Krisenfonds
  • Sonstige vergleichbare Zuwendungen der Bundesländer, Gemeinden und gesetzlichen Interessensvertretungen, die für die Bewältigung der COVID-19-Krisensituation geleistet werden

Ausgenommen davon sind die Zahlungen zum Ersatz entgehender Umsätze.

Umsatzsteuer

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 10% wird ausgeweitet auf Reparaturdienstleistungen betreffend Fahrräder, Schuhe, Lederwaren, Kleidung oder Haushaltswäsche ab dem 01.01.2021.

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz in Gastronomie, Kultur- und Publikationsbereich von 5 % wird bis zum 31.12.2021 verlängert.

Unabhängig von § 6 und Art. 6 sind die Lieferung, der innergemeinschaftliche Erwerb und die Einfuhr von COVID-19-In-vitro-Diagnostika und COVID-19-Impfstoffen, sowie eng mit diesen Diagnostika oder Impfstoffen zusammenhängende sonstige Leistungen steuerfrei. Bei diesen Umsätzen tritt abweichend von § 12 Abs. 3 der Ausschluss vom Vorsteuerabzug nicht ein. Der Unternehmer kann auf die Anwendung dieser Bestimmung aber verzichten.

Verlängerung der Abgabenstundungen

Bereits seit dem 15.03.2020 bewilligte Abgabenstundungen bis 30.09.2020 bleiben bis 31.03.2021 aufrecht.

Darüber hinaus sind Abgabenstundungen, welche zwischen dem 01.10.2020 und dem 28.02.2021 beantragt werden, zu bewilligen.

Ausweitung der Steuerbefreiung der Ärztegestellung

In Wartungserlass zu den Umsatzsteuerrichtlinien ist eine Ausweitung der Steuerbefreiung der Ärztegestellung vorgesehen. Diese soll zukünftig nicht nur die Gestellung von Ärzten und von medizinischem Hilfspersonal durch Krankenhäuser an andere Krankenhäuser umfassen, sondern auch die Gesellschaft an niedergelassene Ärzte beispielsweise zu Ausbildungszwecken.

Corona-Prämie

Zulagen und Bonuszahlungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise für Mitarbeiter sind im Kalenderjahr 2020 bis zu einem Betrag von EUR 3.000,00 steuer- und sozialversicherungsfrei. Es muss sich dabei um zusätzliche Zahlungen handeln, welche ausschließlich zu diesem Zweck geleistet werden und üblicherweise bisher nicht gewährt wurden. Belohnungen aufgrund von bisherigen Leistungsvereinbarungen sind daher nicht steuerfrei.

Die Prämien können auch in Form von Gutscheinen geleistet werden. Die Auszahlung kann einmalig oder in mehreren Teilbeträgen aufgeteilt erfolgen.

Die Zahlungen erhöhen nicht das Jahressechstel und werden auf dieses auch nicht angerechnet. S sind auch keine Lohnebenkosten (DB, DZ, KommSt) zu entrichten.

Registrierkassen – Erstellung des verpflichtenden Jahresbelegs

Vergessen Sie bitte nicht am Jahresende auf die Erstellung des Jahresbelegs für Ihre Registrierkasse. Der Jahresbeleg ist der Monatsbeleg Dezember. Wie bei jedem anderen Monatsbeleg handelt es sich dabei um einen Nullbeleg.

Steueroptimierung durch Vermögenszuordnung

Aufgrund der in den letzten Jahren erweiterten Steuerpflicht von Kapitaleinkünften und Einkünften aus Immobilienveräußerungen, sollte das Jahresende wieder zum Anlass genommen werden, um über eine steueroptimierte Vermögenszuordnung nachzudenken. Das einer Versorgungs- und Unterstützungseinrichtung einer KöR zweckgewidmete Vermögen kann sich sowohl auf Kapitalvermögen als auch auf Immobilien beziehen. Die Steuerbefreiung im Rahmen einer Versorgungseinrichtung umfasst neben der Kapitalertragsteuer auch die Immobilienertragsteuer. Die Widmung von Vermögen für Zwecke der Versorgungseinrichtung erfolgt formlos mittels Beschluss der Ordensleitung und Aufnahme in den Rechnungskreis der Versorgungseinrichtung. Für Kapitalveranlagungen bei Kreditinstituten ist darüber hinaus eine KESt-Befreiungserklärung abzugeben.

Verlustausgleich bei Wertpapieren

Wurden im Kalenderjahr 2020 bei Wertpapierverkäufen Verluste erzielt, dann können diese Verluste aus der Veräußerung mit Veräußerungsgewinnen, welche noch bis zum Jahresende erzielt werden, aufgerechnet werden. Es kann daher die Steuerlast aus den noch erzielbaren Veräußerungsgewinnen durch die Verlustverrechnung minimiert werden.

Im umgekehrten Fall, wo bereits unterjährig ein Gesamtgewinn erzielt wurde, könnte es sich lohnen, Wertpapiere mit dauerhaft negativer Entwicklung abzustoßen, und den Verlust aus diesen Wertpapierverkäufen mit den Gewinnen gegenzurechnen, um die Steuerlast zu minimieren.

Sofern Gewinne und Verluste bei derselben Bank realisiert werden, erfolgt der Verlustausgleich automatisch. Werden Gewinne und Verluste bei verschiedenen Banken realisiert, so kann die Verrechnung im Wege der Steuerveranlagung vorgenommen werden.

Kontakt
Mag. Eduard Jahns
E: e.jahns@unitas-solidaris.at
T: +43 1 513 4602-24

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