Steuernews August

COVID-19 Investitionsprämie für Unternehmen

Im Juli wurde die COVID-19 Investitionsprämie für Unternehmen beschlossen.

Es handelt sich dabei um eine Förderung für materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen. Nicht förderungsfähig sind aber klimaschädliche Investitionen, unbebaute Grundstücke, Finanzanlagen, Unternehmensübernahmen und aktivierte Eigenleistungen.

Die Prämie beträgt 7% der Neuinvestition und 14% bei Neuinvestitionen in den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung und Gesundheit/Life-Science.

Als Förderungswerber kommen bestehende und neugegründete Unternehmen aller Branchen und aller Größen mit Sitz in Österreich in Betracht.

Die Abwicklung erfolgt über die aws (Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Die dazugehörige Richtlinie ist noch nicht veröffentlicht.

Ein Antragstellung ist im Zeitraum 01.09.2020 bis 28.02.2021 möglich, wobei die ersten Maßnahmen der Neuinvestitionen im Zeitraum 01.08.2020 bis 28.02.2021 erfolgen müssen.

Das Fördervolumen ist mit einer Milliarde Euro begrenzt.

Konjunkturstärkungsgesetz 2020

Mit dem Konjunkturstärkungsgesetz werden weitere Steuerentlastungen vorgesehen.

Degressive Abschreibung
Es soll neben der linearen Abschreibung auch die Möglichkeit der degressiven Abschreibung geben. Diesbezüglich kann ein Abschreibungssatz von bis zu 30% gewählt werden, welcher auf den jeweiligen Restbuchwert Anwendung findet. Von der degressiven Abschreibung kann auf die lineare Abschreibung gewechselt werden.

Die degressive Abschreibung findet Anwendung auf nach dem 30.06.2020 angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgüter.

Beschleunigte Abschreibung für Gebäude
Für Gebäude soll es eine beschleunigte Abschreibung geben. Im ersten Jahr kann das dreifache der normalen Abschreibung und im zweiten Jahr das doppelte der normalen Abschreibung angesetzt werden.

Im betrieblichen Bereich ergibt sich damit eine Abschreibung im ersten Jahr mit 7,5%, im zweiten Jahr mit 5% und danach jeweils 2,5%. Im außerbetrieblichen Bereich ergibt sich damit eine Abschreibung im ersten Jahr mit 4,5%, im zweiten Jahr mit 3% und danach jeweils mit 1,5%.

Die beschleunigte Abschreibung findet Anwendung auf Gebäude, welche nach dem 30.06.2020 erstellt oder angeschafft wurden.

Anhebung Übertragungsrücklage für Kalamitäten
Um eine sofortige Versteuerung der beim Verkauf von Kalamitätsholz aufgedeckten stillen Reserven zu verhindern, können nunmehr 70% der Einkünfte aus Waldnutzungen infolge höherer Gewalt als stille Reserven verwendet werden. Um die Möglichkeit der Übertragung praxistauglich zu erweitern, wird die Übertragungsfrist von 12 auf 24 Monate verlängert. Die Änderungen sollten für stille Reserven gelten, die auf Grund von Kalamitätsnutzungen im Jahr 2020 aufgedeckt werden.

Änderungen Steuersatz
Der Einstiegssteuersatz in der Einkommensteuer wird von 25% auf 20% gesenkt. Die Senkung erfolgt rückwirkend zum 01.01.2020 und gilt daher bereits für das gesamte Jahr 2020.

Die Aufrollung in der Lohnverrechnung hat bis spätestens 30.09.2020 zu erfolgen.

Der Spitzensteuersatz von 55% wird bis 2025 verlängert.

Verzichtserklärung Familienbonus Plus
Es wird die Möglichkeit eingeräumt, auch nach bereits erfolgter Veranlagung auf die Geltendmachung des Familienbonus Plus zu verzichten. Damit soll es ermöglicht werden, dass in jenen Fällen, in welchen der Familienbonus Plus nicht optimal ausgenutzt werden konnte, eine Änderung herbeizuführen.

Anhebung Verkehrsabsetzbetrag und SV-Rückerstattung
Der Verkehrsabsetzbetrag wird von EUR 300,00 auf EUR 400,00 angehoben. Ebenso wird der SV-Bonus im Rahmen der SV-Rückerstattung von EUR 300,00 auf EUR 400,00 angehoben.

Drei-Jahresverteilung für Einkünfte gem. § 21 EStG
Um die extremen Schwankungen in der Einkommenssituation in der Land- und Forstwirtschaft zu mildern wird die Möglichkeit der Drei-Jahresverteilung ab der Veranlagung für das Kalenderjahr 2020 vorgesehen.

Verlustrücktrag
Es wird die Möglichkeit eines Verlustrücktrags für das Jahr 2020 vorgesehen.

Der bei der Veranlagung für das Jahr 2020 ermittelte Verlust kann bei der Veranlagung für das Jahr 2019 geltend gemacht werden. Sofern dieser im Jahr 2019 nicht zur Gänze berücksichtigt werden kann, kann er auch noch für die Veranlagung für das Jahr 2018 geltend gemacht werden.

Der Verlustrücktrag ist gedeckelt mit EUR 5 Millionen. Für Unternehmensgruppen erhöht sich die Deckelung um die Anzahl der Gruppenmitglieder.

Bei steuerlichen Unternehmensgruppen soll der Verlustrücktrag nur auf Ebene des Gruppenträgers möglich sein.

Detailregelungen sollen noch im Wege einer Verordnung verlautbart werden.

Erhöhung Jahressechstel Kurzarbeit
Da im Kalenderjahr 2020 für Arbeitnehmer, welche von Kurzarbeit betroffen sind, reduzierte laufende Bezüge zugeflossen sind, ist das Jahressechstel gemäß § 67 Abs. 2 EStG um 15% zu erhöhen.

Aufhebung der Einheitswertgrenze in § 125 BAO
Die Einheitswertgrenze in Höhe von EUR 150.000,00 als Grenze für die Buchführungspflicht wird aufgehoben. Für die Anwendung der Pauschalierung in der Einkommensteuer findet diese aber weiterhin Anwendung.

Verlängerung der Abgabenstundung bis 15.01.2021 – Stundungszinsen
Stundungen, deren Stundungsfrist am 30.09.2020 oder 01.10.2020 endet, werden bis zum 15.01.2021 verlängert unter Einbezug der Abgaben, welche bis zum 25.09.2020 verbucht wurden bzw. unter Berücksichtigung der Vorauszahlungen gemäß § 45 EStG, welche bis spätestens 27.11.2020 verbucht wurden.

Für den Zeitraum 15.03.2020 bis 15.01.2021 sind keine Stundungszinsen vorzuschreiben. Danach werden die Stundungszinsen im Zwei-Monatsrhythmus ausgehend von 2 Prozent jeweils um 0,5% angehoben. Ab dem 1. November 2021 sind 4,5% Stundungszinsen über dem Basiszinssatz vorgesehen.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt
Mag. Eduard Jahns
E: e.jahns@unitas-solidaris.at
T: +43 1 513 4602-24
M: +43 664 88 61 32 43

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