COVID-19 – Förderungen

Die österreichische Bundesregierung hat rasch mit unterschiedlichen Fonds zur Bewältigung der Corona-Krise reagiert. Nachstehend dürfen wir Ihnen einen Überblick über diese Förderungen, deren Zielsetzung und Wirkung geben. Die jeweils aktuell gültigen Förderrichtlinien und alle Details können bei der mit der Abwicklung beauftragten Stelle abgefragt werden.

Härtefall-Fonds

Der Härtefall-Fonds wurde errichtet, um Selbstständige, die in der Corona-Krise keine Umsätze haben und in akute finanzielle Notlage geraten sind, bei der Bestreitung ihrer Lebenshaltungskosten zu unterstützen. Mit dieser Hilfe sollen die Fixkosten, wie z.B. Miete, trotz hoher Umsatzeinbußen weiterhin bezahlt werden können.

Neben Ein-Personen-Unternehmen, Kleinstunternehmen, neuen Selbständigen und freien Dienstnehmern sind aber auch Non-Profit-Organisationen und land- und forstwirtschaftliche Betriebe anspruchsberechtigt, welche durch die Corona-Krise betroffen sind. Für die Land- und Forstwirtschaft liegen bereits Sonderregelungen vor; für NPO sind die Richtlinien noch in Verhandlung.

In Phase 1 kann bereits seit 27. März 2020 online eine erste Unterstützung in Höhe von bis zu EUR 1.000 beantragt werden. Die Abwicklung erfolgt über die Wirtschaftskammer Österreich. Die Agrarmarkt Austria (AMA) wickelt den Härtefallfonds für die Land- und Forstwirtschaft ab.

Die Phase 2 startet mit 16. April 2020. In der zweiten Phase kann über einen Zeitraum von maximal 3 Monaten eine Unterstützung von bis zu 6.000 Euro von durch COVID-19 wirtschaftlich signifikant bedrohte Unternehmen beantragt werden. Dabei wird anteilig auf den Verdienstentgang abgestellt. Die Auszahlung soll dann innerhalb weniger Tage erfolgen.

Die Anträge werden jeweils monatlich gestellt. Allfällig erhaltene Zuwendungen aus der Phase 1 werden bei dem ersten Zuschuss aus der Phase 2 gegengerechnet. Alle Unterstützungen aus dem Härtefall-Fonds sind steuerfrei.

Corona Hilfs-Fonds

Der Corona Hilfs-Fonds dient der raschen Bereitstellung von finanziellen Mitteln für österreichische Unternehmen, die auf Grund der Corona-Krise schwerwiegende Liquiditätsengpässe haben. Diese Unterstützung soll die Liquidität und somit das wirtschaftliche Überleben der Unternehmen sicherstellen.

Der Corona Hilfs-Fonds steht für Unternehmen und Branchen, die durch Maßnahmen wie Betretungsverbote, Reisebeschränkungen oder Versammlungsbeschränkungen besonders betroffen sind und Liquiditätsprobleme haben bereit. Darüber hinaus hilft der Corona Hilfs-Fonds Unternehmen, die in Folge der Corona Krise mit großen Umsatzeinbußen und der Gefährdung ihrer Geschäftsgrundlage konfrontiert sind.

Davon betroffen sind aus dem Kreis der Ordensbetriebe beispielsweise Gäste- und Bildungshäuser, Museumsbetriebe, Klostershops und Klosterrestaurants. Zu prüfen ist dabei im Einzelfall, ob bei Körperschaften öffentlichen Rechts möglicherweise eine Inanspruchnahme von Förderungen aufgrund der Rechtsform ausgeschlossen ist.

Der Corona-bedingte Liquiditätsbedarf von Unternehmen soll mit zwei Instrumenten abgedeckt werden, nämlich mit Garantien der Republik und mit direkten Zuschüssen.

a) Garantien

Die Garantien aus dem Corona Hilfs-Fonds können nur zu bereits bestehenden Betriebsmittelkrediten beantragt werden, wenn der Kreditnehmer mit seinen Zahlungsverpflichtungen säumig ist.

Sogenannter „Single-Point of Contact“  ist die Hausbank. Diese füllt gemeinsam mit dem Unternehmen den Antrag aus. Je nach Unternehmen wird dieser Antrag dann an die Österreichische Kontrollbank (Großunternehmen), an die Austria Wirtschaftsservice GmbH (Klein- und Mittelbetriebe) oder an die Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH (Tourismusunternehmen) weitergeleitet.

Die Antragstellung ist ab 8. April möglich. Erste Auszahlungen sollen bereits ab 15. April 2020 erfolgen können.

b) Zuschüsse

Zuschüsse werden zur Deckung von Fixkosten für Unternehmen in der Corona Krise gewährt. Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme sind:

  • Der Standort und die Geschäftstätigkeit müssen in Österreich sein und Fixkosten müssen in Österreich operativ angefallen sein.
  • Das Unternehmen erleidet im Jahr 2020 während der Corona-Krise einen Umsatzverlust von zumindest 40%, der durch die Ausbreitung von COVID-19 verursacht ist.
  • Unternehmen müssen sämtliche zumutbare Maßnahmen setzen, um die Fixkosten zu reduzieren und die Arbeitsplätze in Österreich zu erhalten.
  • Unternehmen, die vor der Covid-19-Krise ein gesundes Unternehmen waren.

Diese Unterstützung kann bei Erfüllung der Voraussetzungen somit auch von betroffenen Ordensbetrieben und Unternehmen von NPO in Anspruch genommen werden.

Fixkosten sind grundsätzlich Geschäftsraummieten (wenn der Mietzins nicht reduziert werden konnte und in unmittelbaren Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit steht), Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen (sofern diese nicht gestundet werden konnten), betriebsnotwendige, vertragliche Zahlungsverpflichtungen (die nicht gestundet oder reduziert werden konnten), Lizenzkosten, Zahlungen für Strom / Gas / Telekommunikation.

Daneben: Wertverlust bei verderblichen/saisonalen Waren, sofern diese während der Covid-Maßnahmen mind. 50 % des Wertes verlieren.

Der Bundeszuschuss ist – abhängig vom im Zeitraum der Corona-Krise (16.03.2020 bis zu ihrem Ende) tatsächlich erlittenen Umsatzeinbruch – wie folgt gestaffelt:

40-60% Einbußen: 25% Zuschuss

60-80% Einbußen: 50% Zuschuss

80-100% Einbußen: 75% Zuschuss

Bemessungsgrundlage sind die Fixkosten und Umsatzausfälle des Unternehmens zwischen 15. März 2020 und Ende der Covid-Maßnahmen.

Unternehmen müssen sich verpflichten, auf die Erhaltung der Arbeitsplätze besonders Bedacht zu nehmen und sämtliche zumutbare Maßnahmen zu setzen, um die Fixkosten zu reduzieren und die österreichischen Arbeitsplätze zu erhalten. Die für eine Überprüfung benötigten Unterlagen (Darstellung der tatsächlich entstandenen Fixkosten und der tatsächlich eingetretenen Umsatzausfälle) müssen bei Verlangen ausgehändigt werden, um eine ordnungsgemäße Verwendung der Mittel sicherzustellen.

Die Angaben sind vor Einreichung vom Steuerberater / Wirtschaftsprüfer zu prüfen und zu bestätigen. Der Antrag ist über ein Online-Tool der Austria Wirtschaftsservice (aws)  zu stellen. Die Auszahlung erfolgt über die Hausbank in Abstimmung mit aws.

Der Fixkostenzuschuss kann ab 15. April 2020 beantragt werden; die Registrierung eines Antrags ist bis 31.12.2020 möglich, die Abgabe des vollständigen Antrags bis 31.8.2021.

Zur Auszahlung kommt der Zuschuss nach Feststellung des Schadens, somit nach Ende des Wirtschaftsjahres und Einreichung der Bestätigung des Steuerberaters bzw. Wirtschaftsprüfers über den Umsatzrückgang und die ersatzfähigen Fixkosten.

Der Fixkostenzuschuss muss – vorbehaltlich korrekter Angaben betreffend Umsatz und Höhe der Fixkosten – nicht rückerstattet werden. Er ist steuerfrei, reduziert aber die abzugsfähigen Aufwendungen im betreffenden Wirtschaftsjahr.

Kontakt
Mag. Eduard Jahns
Steuerberater
E: e.jahns@unitas-solidaris.at
T: +43 1 513 4602-24
M: +43 664 886 13 243

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